ASI: Notwasserung bei Nacht

Das AOPA Air Safety Institute (ASI) in den USA bietet kostenlose Sicherheitsschulungen für Piloten und Fluglehrer, analysiert Sicherheitsdaten und führt Sicherheitsforschung durch mit dem Ziel, auf Pilotenfehler zurückzuführende Unfälle und Störfälle weiter zu reduzieren. Neben den Schulungen werden auch viele digitale Inhalte wie Webinare, HowTo-Paper und Videos kostenlos publiziert. Obwohl die Zielgruppe dieser Informationen Piloten in den USA sind, bieten diese Quellen auch vielfach Tipps und Tricks, die eigentlich überall angewandt werden können.

GermericanPilots möchte solche Inhalte der ASI aufgreifen und auch der deutschsprachigen Leserschaft durch Zusammenfassungen und Übersetzungen zugänglich machen.

Nach und nach werden hier in dieser „Reihe“ die Videos des ASI YouTube-Channel vorgestellt. Wir beginnen mit einem Video aus 2011.

Thema heute:  „Ditching in the Dark“ aus der Rubrik „Real Pilot Story“

Das Video wurde von GermericanPilots mit deutschen Untertiteln versehen.

Was ist die Ausgangslage?

Ein Pilot fliegt bei Nacht mit seiner Mooney und zwei Passagieren von Tampa nach Marathon (Florida) über den Golf von Mexiko..

Bildschirmfoto 2018-09-28 um 13.24.06.png

Was läuft schief?

Über dem Wasser setzt der Motor ohne Vorwarnung aus. Der Pilot kann das Land nicht mehr erreichen.

Wie geschieht dann?

Der Pilot unternimmt eine Notwasserung bei Nacht. Er hat lediglich zwei Schwimmwesten für sich und seine beiden Passagiere ohne Signalpfeife oder Beleuchtung an Bord. Obwohl aufgrund seines Notrufes über Funk sofort eine Suchaktion gestartet wird, gelingt eine Rettung zunächst nicht. Denn die Notleidenden konnten mangels Ausrüstung weder durch Licht noch akustisch in der Dunkelheit auf sich aufmerksam machen. Erst als es hell wird – nach ca. 10 Stunden im Wasser – gelingt die Rettung.

Was sind die Lessons Learned?

  • Bei Flügen über Wasser, bei dem man im Notfall nicht mehr rechtzeitig das Land erreichen kann sollte eine adäquate Rettungsausrüstung an Bord sein.
  • Empfohlen werden Rettungswesten für jeden Passagier oder sogar ein Rettungsfloss.
  • Signallichter, Signalpfeifen oder auch PLBs (Personal Locator Beacons) sollten mitgeführt werden.
  • Wenn möglich bleibe man nah der Küste in ausreichender Höhe.
  • Wie immer empfiehlt sich auch der Kontakt mit FIS.

GermericanPilots‘ Fazit

  • Warum in Gottes Namen mit einer Einmot in der Nacht über Wasser? 😳
  • In Deutschland ist in der 3. DV der LuftBO in §14 geregelt: „Wenn bei Flügen mit einmotorigen Landflugzeugen über Wasser die Entfernung von der nächsten Küste größer ist, als die jeweilige Gleitdistanz [bzw. nach §15 3.DV LuftBO die Entfernung zum Land größer 50 MNM beträgt], ist für jede Person eine Schwimmweste mit einem Licht zur Ortung mitzuführen. Jede Schwimmweste ist so unterzubringen, dass sie vom Sitz oder von der Liege der Person, für die sie vorgesehen ist, leicht zugänglich ist.“ 
  •  § 15 3. DV LuftBO schreibt außerdem die Mitnahme einer Rettungsinsel vor, sobald die Entfernung zum Land 100 NM (bei Einmots) bzw. 200 NM (bei Zweimots) überschreitet.

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