Stellt Euch vor, der Luftraum ist frei, aber keiner geht hin

In den USA gibt es derzeit – zum Jahreswechsel 2018/2019 – zum wiederholten Male einen sogenannten Government Shutdown. In dieser Lage stellen die Behörden der US-Regierung ihre Tätigkeit zu großen Teilen ein. Der aktuelle Shutdown ist der bisher längste und hielt auch noch an, als dieser Artikel veröffentlicht wurde.

Diese Situation tritt ein, wenn die bisherige rechtliche Grundlage für die Bewilligung von Haushaltsmitteln ausläuft und sich die Regierungsorgane – einschließlich des Präsidenten – noch nicht auf die Verabschiedung eines neuen entsprechenden Gesetzes einigen konnten. Im Moment ist die Mauer zwischen USA und Mexiko wohl der Stein des Anstoßes.

Somit ist nun kein genehmigtes Geld für die Behördenarbeit vorhanden und dann werden eben die Regierungsmitarbeiter nach Hause geschickt – manchmal sogar unbezahlt. Moment mal! Die meisten Air Traffic Controller sind ja auch Regierungsangestellte. Heißt das, im Luftraum über den Staaten wird jetzt nicht mehr kontrolliert? Herrscht da jetzt Chaos?

Um genau so ein Szenario zu verhindern wurden Anfang der 80er sogenannte „unerlässliche Aufgaben“ gesetzlich definiert, zu denen auch die Aufgaben von ATC (Air Traffic Control) dazu zählen. Puh! Aber trotzdem gibt es große Probleme, je länger so ein Shutdown dauert.

In einem gut funktionierenden Uhrwerk kommt es auf jedes Zahnrad an. Während Controller weiter ihren Dienst versehen, gilt dies aber nicht zwingend für Beamte die z. B. für Genehmigungen usw. zuständig sind. So baut sich zwangsläufig ein Backlog auf, welches dann auch – früher oder später – zum Stillstand des gesamten Uhrwerks führen kann. Daher haben sich verschiedene Organisationen der amerikanischen Luftfahrt am 10. Januar 2019 in einem offenen Brief an den Präsidenten gewandt um auf diesen Misstand und die drohenden Konsequenzen hinzuweisen.

Aber sind das nicht nur Probleme der Großen? Betrifft uns das denn, wenn wir als Privatpilot in einer Cessna durch die USA fliegen wollen? Sowohl die AOPA und auch die EAA haben den offenen Brief als Vertreter der Allgemeinen Luftfahrt unterzeichnet, denn auch die GA-Community ist betroffen. Lizenzen können nicht ausgestellt oder verlängert werden – damit auch selbstverständlich keine Lizenz-Validierungen, Flugschüler können nicht angemeldet werden und auch keine Prüfung ablegen, Bescheinigungen für Luftfahrtgerät wird nicht ausgestellt usw.

Hoffen wir also – nicht zuletzt für die Mitarbeiter, die man da gerade vor finanziellen Herausforderungen stellt – auf ein schnelles Ende des Shutdowns. Und das Fazit für den GermericanPilot? Leider sind solche Situationen nur schwer vorherzusehen, aber es schadet nicht, in der Vorbereitung von Fliegerreisen in den Vereinigten Staaten auch mal einen Blick auf die Gesamtlage des Landes zu werfen. Schließlich möchte man ja nicht auf so heftige bürokratischen Hürden z. B. bei seiner Lizenz-Validierung stoßen, nachdem man sich auf einen schönen Fliegerurlaub vorbereitet und gefreut hat.

Weiterführende Links zum Thema
EAA-Artikel 10.01.2019
AvWeb-Artikel vom 5.1.2019

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